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Kritik 12.9. 2014 - am 27. September 2014 veröffentlicht der Badischen Zeitung von Claudia Müller

Komische Geschichten aus dem Nichts

Das Spritztourtheater machte mit einer improvisierten Vorstellung Station im Hotel Bären.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Laut, lustig und auch ein bisschen blutrünstig war der Improtheaterabend des Spritztourtheaters im Breisacher Bärensaal. Foto: Claudia Müller

BREISACH. Nur eine Mütze als Verkleidung und die Muse des Moments, so entstehen beim Improtheater aus nichts Geschichten und jede Menge Komik. Solches Spontanschauspiel, bei dem das Drehbuch durch Kreativität und das Bühnenbild durch Fantasie ersetzt wird, führten jüngst Sadia Mahroug, Isabell Steinbrich und Rainer Mannich vom Spritztourtheater auf ihrer Hausbühne im Breisacher Bärensaal auf.

Das Improtheater sei eine Variante des Theatersports, informierte das Programmheft. Beim Theatersport treten zwei Teams gegeneinander an und versuchen, sich gegenseitig im Schauspiel zu übertrumpfen. Ausgangspunkt ihres kurzen Bühnenstückes ist dabei die Anweisung, die ein Leiter spontan vorgibt. Was ursprünglich als Übung für Schauspielschüler gedacht war, wird inzwischen auf vielen Bühnen als abendfüllender Theaterspaß gezeigt.

Das Spritztourtheater war ohne gegnerisches Team und Spielleiter nach Breisach gekommen, sodass das Publikum einspringen musste. Zu Anfang jeder der acht Runden sollten die Zuschauer ihren Teil zur Szene beitragen. So gaben sie beispielsweise einmal Name, Alter und Beruf der einzelnen Figuren vor, ein anderes Mal ließen sie die Schauspieler in der Steinzeit aufeinandertreffen oder wünschten sich, eine Szene zunächst als Heimatfilm und dann als Horrorstreifen zu sehen. Auf diese Weise entstanden acht in sich geschlossene und dabei ganz unterschiedliche kleine Bühnengeschichten. Als Requisiten diente den Schauspielern ein Tisch mit zwei Stühlen, wobei die Möbel mal Herd, mal Bushaltestelle waren. Ähnlich viel Fantasie war auch bei der Verkleidung erforderlich.

Doch dann konnte aus einer hochgekrempelten Jeans schon eine speckige Lederhose werden, dann machte eine zerzauste Perücke aus der Politesse den Neandertaler.

Das Improtheater lebt vom Zusammenspiel der Personen auf der Bühne, die zu Anfang der Szene selbst nicht wissen, wie das Ende aussehen wird. Mehr live geht nicht. Für den Schauspieler kann das stressig sein, für das Publikum aber ist es höchst amüsant. Im Breisacher Bärensaal durften die Zuschauer jede Spielrunde bewerten und mit farbigen Karten ihre Zustimmung oder ihr Missfallen ausdrücken. Daraus wurde dann ein Punktestand ermittelt.

Am Ende ihres Programms hatten die Schauspieler so viele Punkte gesammelt, dass es nun an ihnen war, sich von ihrem Publikum eine kleine Darbietung zu wünschen. Die Breisacher Theaterbesucher dankten den Dreien mit einer stimmgewaltigen Gesangseinlage für den kurzweiligen Abend.

Der nächste Improtheaterabend mit dem Spritztourtheater wird am Samstag, 25. Oktober, um 20 Uhr, im Bärensaal zu sehen sein.

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