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Badische Zeitung : Auf der Flucht vor Freischärlern
Der Schauspieler Rainer G. Mannich spukt als einstiger Löwenwirt durch die Fauststube, während ein "Glücksmenü" serviert wird.Theater und Kulinarik treffen sich in der Fauststube beim Glücksmenü, das von Löwenwirtin Edeltraud Pilz und Schauspieler Rainer G. Mannich in der Rolle des einstigen Wirtes Josef Glück serviert wird. Foto: SUSANNE MÜLLER
STAUFEN. Als Mephisto, der mit wehendem Mantel und diabolischem Grinsen durchs Städtle flitzt, kennt ihn in Staufen jedes Kind. Jetzt hat der Schauspieler Rainer G. Mannich erneut in den Archiven gegraben und ein weiteres Original aus dem Hut gezaubert: den einstigen Löwenwirt Josef Glück. Dessen bewegte Geschichte wird nun in Kooperation mit der Löwenwirtin Edeltraud Pilz in einer ebenso dramatischen wie kulinarischen Inszenierung am Originalschauplatz in der historischen Fauststube im "Löwen" inszeniert.
Und weil der gastronomische Urahn alles andere als ein Glückspilz war, steht das Ganze unter dem Motto "Das Unglück des Josef Glück". Zum Glück wird die anekdotenreiche One-Man-Show in Deutschlands drittältestem Lokal jedoch mit einem leckeren Glücksmenü gewürzt. Und so poltert zwischen den einzelnen Gängen immer wieder der alte zauselige Wirt mit Frack und Zylinder das Stiegenhaus hinauf und stürzt auf der Flucht vor den badischen Freischärlern an reich gedeckten Tafeln vorbei – grade so, dass den Gästen die Riebelesuppe im Halse stecken bleibt.
Dahingerafft von einem Querschläger
Dann ein Schuss, schon sinkt er nieder, der wackere Löwenwirt, von einem Querschläger dahingerafft, gerade mal 54 Jahre alt, um zwei Uhr nachmittags, am 24. September 1848. Doch was so ein gestandener Staufener Schankwirt ist, der lässt sich nicht einfach von hinterhältigen Heckenschützen – noch dazu ohne Standrecht – fisilieren, nein, so einer geistert noch ein geraumes Weilchen mit Wucht allerlei Gezeter umher.
Revolution und Liebe, das sind die Zutaten beim szenisch umrahmten Glücksmenü. Um die Authentizität dieser vergnüglichen Zeitreise zu steigern, servieren die Mitarbeiter die Speisen in original Breisgauer Tracht mit goldbestickter Firsthaube aus dem Bestand des Dorfmuseums in Biengen. In riesigen Kesseln, wie einst zu Zeiten der badischen Revolution, kommen die Spezialitäten des Hauses jedoch nicht auf die rustikalen Filzdeckchen. "Das kann man heutzutage ja nicht mehr machen", meint Küchenchef Matthias Weiß, der für die Gäste erst einen Sunnewirbelesalat mit Speck und Kracherle zubereitet, dann gemischten Braten mit Rübengemüse und Bandnudeln, und zum krönenden Abschluss warme Apfelküchle in Vanillesauce baden lässt.
Auch "Weibsbilder", so ist von Löwenwirt Glück mit schelmischem Zwinkern zu erfahren, sind heutzutage zugelassen zum Festschmäusle in seinem altehrwürdigen Gasthäusle. Da hat sich die eigenwillige Amalie Struve zum Glück dann wohl doch noch durchgesetzt, so stellt der alte Löwenwirt hocherfreut fest beim Blick durch Genießerreihen in der Fausstube. SUSANNE MÜLLER
Viel Theater rund ums Glücksmenü im Gasthaus Löwen in Staufen.
Ein schöner Abend mit einem traditionellen Vier-Gänge-Menü im Löwen in Staufen. Doch wir schreiben das Jahr 1848. Plötzlich erscheint ein Mann, wird von einem Querschläger getroffen und stirbt. Nun erzählt er dem Publikum seine Lebens- und Leidensgeschichte.
Welch ein Unglück! Wie ist er hier hergekommen und warum ist er tot? Sein Name Josef Glück hat ihm in diesem Fall keines gebracht. Etwas verwirrt berichtet er, was passiert ist und die Gäste finden sich auf der Theaterbühne wieder. Er erzählt von der Fauststube, seinem Leben, dem Schicksal seiner Familie und anderer Bewohner aus Staufen. Der einstige Löwenwirt nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit.
Rainer G. Mannich vom Spritztourtheater ist die perfekte Besetzung für diese Rolle und man kann sich kaum vorstellen, dass der sympathische Herr mit Bierbauch und Frack und Zylinder aus der heutigen Zeit stammt. Er führt das Stück in drei Teilen auf, zwischen traditionellen Gerichten wie Riebelesupp, Feldsalat oder Braten vom Rind erzählt er Geschichten über die Revolution, über Liebe und Leid. Doch im Gegensatz zum Hauptdarsteller erleben die Gäste ein Happy End in Form von Apfelküchle mit Vanillesoße. Das Ganze wird in traditioneller Breisgauer Tracht von Mitarbeitern und der heutigen Löwen-Wirtin Edeltraut Pilz serviert.
Das Unglück des Josef Glück - Theater für alle Sinne, Staufen, Gasthaus zum Löwen, ab So, 21. Nov., jeden dritten Sonntag im Monat, um 12.30 Uhr, Eintritt: 46 Euro Erwachsene, 23 Euro Kinder bis 14 Jahren; Infos und Reservierungen unter 07633/ 9089390, http://www.fauststube-im-loewen.de
Presse Anzeiger : Das Unglück des Josef Glück - Theater mit Dinner im Löwen in Staufen
(PA) STAUFEN, den 25.Oktober 2010. Ab dem 21. November und dann jeden dritten Sonntag im Monat um 12.30 Uhr wird das Gasthaus Löwen in derNähe des Staufener Rathauses zur Bühne. Rainer G. Mannich vom Spritztour- Theater Münstertal spielt Episoden aus dem Leben des Josef Glück, derwährend der Badischen Revolution das Gasthaus bewirtschaftete. Ein wechselndes Vier-Gänge-Glücksmenü, zusammengestellt mit Essen wie es dazumal auf den Wirtshaustisch kam und in original Breisgauer Tracht aus dem Biengener Museum, rundet diese historische Zeitreise ab.
Die Geschichte spielt im Jahr 1848 während der Badischen Revolution. Josef Glück, der Wirt des geschichtsträchtigen Gasthauses in der Fauststadt Staufen ist ein temperamentvoller und gewitzter Mann, der viel zu erzählen hat. Er versteht es vortrefflich, die Gäste im Wirtshaus, welches seit hundert Jahren im Besitz seiner Familie ist, zu unterhalten. Fragen wie: Was hat möglicherweise der Löwen mit der Liebe des Johann Nepomuk Prestinari zu tun? Oder was hat sich in der berüchtigten Kammer Nummer fünf des Löwen zugetragen? Um das historische Gasthaus Löwen in Staufens Altstadt ranken sich viele Geschichten. Josef Glück alias Rainer Mannich wird mit dem Theater für alle Sinne so manches Geheimnis lüften.
Das Theaterstück in drei Akten zeigt, was sich in dieser Zeit zugetragen hat und dass der Name Glück nicht ein Garant sein muss für ein glückliches Ende der Geschichte.
Premiere ist am 21.11.2010 um 12.30 Uhr. Jeden dritten Sonntag im Monat wird die Veranstaltung mit dem Glücks-Menü um 12.30 Uhr aufgeführt. Für geschlossene Gesellschaften sind die Termine nach Vereinbarung. Weitere Informationen: http://www.fauststube-im-loewen.de und http://www.spritztourtheater.de
Vera Arand, Agentur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit